Schottland-Reisen: Edinburgh Castle
Sehenswürdigkeiten und Museen von Schottlands bekanntestem Schloss
09.09.2008
Shermin Arif
Neben Eilean Donan Castle – bekannt aus den Highlander-Filmen mit Christopher Lambert – ist das Schloss in der Hauptstadt des Landes wohl das Bekannteste. Stolz und dunkel dräut die Burg auf dem 135 Meter hohen Vulkankegel aus erhärteter, schwarzer Magma in der Mitte Edinburghs. (Der Zwilling dieses Kegels, namens Arthurs Seat findet sich übrigens im Park der Queen. Ein kleines Stückchen Highlands inmitten der Hauptstadt Schottlands.) Uneinnehmbar wirkt sie – man kann schon verstehen, warum es immer hieß: Wer die Burg Edinburghs hält, hält Schottland. Schon um 600 nach Christus findet Edinburgh als “Dùn Éideann” - “Festung des Eidyn” Erwähnung.
Malerische Aussicht auf die Stadt Edinburgh und den Firth of Forth
Vom Vorplatz des Schlosses hat man eine einmalig Aussicht über die Meeresbucht, den Firth of Forth und ganz Edinburgh. Foto-Junkies können sich hier gnadenlos austoben. Besonders eindrucksvoll ist es, wie der bestehende Fels des Vulkankegels in die Burganlage integriert wurde. Die Burgfeste besteht aus mehreren Ebenen auf verschiedenen Höhen. Überall entdeckt man etwas Neues oder Interessantes.
Der Eintrittspreis für Erwachsene liegt bei 12 Britischen Pfund, Kinder bis fünf Jahre kommen umsonst hinein. Kinder ab fünf und bis fünfzehn Jahre zahlen 6 Pfund.
Sight-Seeing im Urlaub: Die Sehenswürdigkeiten von Edinburgh Castle
- St. Margaret's Chapel – um 1130 herum von David I. im Andenken an seine Mutter erbaut. Die unscheinbare kleine Kapelle ist wohl das älteste erhaltene Gebäude in Edinburgh
- „One o’Clock“-Gun – Diese Kanone wird, seit 1861, jeden Tag pünktlich um 13.00 Uhr Ortszeit abgefeuert. Früher, in einer Zeit ohne genaue Uhren, diente der Kanonenknall den Seefahrern im Firth of Forth als genaue Zeitangabe, um ihre Instrumente zu justieren. Heute wird sie weiterhin aus guter alter Tradition abgefeuert.
- The Stone of Destiny – Der Stein des Schicksals. Schottlands Krönungsstein, der 400 Jahre lang zur Krönung der schottischen Könige diente, 1296 von den Invasoren nach London gebracht wurde und erst 1996 zurück in seine Heimat fand.
- „Honours of Scotland“ – die Kronjuwelen Schottlands. Krone, Staatsschwert und Zepter, die nach ihrer wechselreichen Geschichte erst Anfang des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt wurden.
- Scottish National War Memorial – das Nationale Kriegsdenkmal. Das Herz dieses 1927 erbauten Gebäudes besteht aus einem Stück des Felsengesteines, auf dem auch die gesamte Schlossanlage ruht. Das Denkmal für die Gefallenen besitzt eine berührende Atmosphäre. Der erhaltene Teil der 1540 errichteten St. Mary Church wurde in den Art Déco-Bau baulich integriert.
- Dog Cemetary – Auf dieser kleinen Rasen begrünten Ebene an einer Außenseite des Schlosses werden traditionell (seit Queen Victoria) die tapferen Regiments-Maskottchen und Offiziers-Hunde der schottischen Armee beigesetzt. Dieser "Garten" ist nicht für Besucher zugänglich, man kann nur von oben einen Blick darauf werfen.
- Mons Meg – Eine der ältesten und größten Belagerungskanonen, die in Europa gefertigt wurde. Sie ist in der Lage 150 kg schwere Gesteinsbrocken bis zu 3,2 km weit abzufeuern.
- The Great Hall – Der große Saal bietet eine Sammlung von Waffen und Rüstungen sowie eine im Original erhaltene Holzdecke aus dem 16. Jahrhundert. Ein kleiner historischer Einblick in den alten Königshof.
- The Royal Palace – der königliche Palast. Hier gebar die später von ihrer Halbschwester hingerichtete Mary “Queen of Scots” 1566 ihren Sohn James VI.
Die Museen innerhalb des Schlosses von Edinburgh:
- National War Museum of Scotland – Das nationale Kriegsmuseum von Schottland wurde schon 1933 innerhalb der Schlossmauern eröffnet und bietet einen Rückblick auf 400 Jahre schottischer Militärgeschichte. Glanzpunkt sind die vielen Ausstellungsstücke, die teils ins 17. Jahrhundert zurückgehen.
- The Royal Scots Regimental Museum – Das Museum bietet einen chronologischen Querschnitt durch die Geschichte des 1633 gegründeten und im Jahr 2006 aufgelösten Infanterie-Regiments.
- Castle Vaults (Prison of War) – Originalgetreue historische Darstellung des Alltags von Kriegsgefangenen im 18. Jahrhundert.
Tipp für Schottland-Urlauber: Wer Warteschlangen zur touristischen Hochsaison vermeiden will, kann sich auf der offiziellen Seite zum Schloss sogenannte
„Fasttickets“ im Voraus buchen. Wer touristische Massenaufläufe gänzlich vermeiden will, sollte sich in der Vor- oder Nachsaison nach Schottland begeben. Ein Urlaub im März ist vom Wetter her dennoch sehr angenehm und hat den ungemeinen Vorteil, dass die Stadt nicht so überlaufen ist. Bei einem Besuch auf dem Schloss ist man zu dieser Zeit fast allein und ungestört.
Einmal im Jahr findet vor dem Schloss das Military Tattoo in Edinburgh statt. Abgesehen von den touristischen, gibt es natürlich auch kulinarische Besonderheiten, die einen in Schottland erwarten: zum Beispiel das berühmte "Full scottish Breakfast" (mit frischen "Potato Scones"), das traditionelle Shortbread oder landestypische schottische Pasteten.
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